Aktueller Stand zu den Gegenprotesten am 16.12. in Hohenschönhausen

Bis Frühling 2015 plant der Berliner Senat in 5 Stadtteilen Container-Unterkünfte für Menschen zu eröffnen, die fliehen mussten.
Auch in Falkenberg, welches zu Hohenschönhausen gehört, soll eine dieser Unterkünfte entstehen. An anderen geplanten Standorten gibt es wöchentlich rassistische Aufmärsche mit bis zu eintausend Beteiligten. Nun soll am 16.12.2014 auch ein Nazi-Aufmarsch in Falkenberg stattfinden.

Doch diesem Vorhaben gilt es einen Riegel vorzuschieben. Wir wollen den Nazi-Aufmarsch am Dienstag geschlossen blockieren. Wir werden den Nazis zeigen, dass wir keinen Bock auf ihre rassistische Hetze haben – weder in Falkenberg noch anderswo. Gerade in Falkenberg ist es wichtig, den Nazis keinen Erfolg zu verschaffen. Wenn wir den Nazi-Aufmarsch konsequent verhindern, verliert dieser seine Anziehungskraft und kann sich somit nicht als weiterer wöchentlicher Konzentrationspunkt neben Marzahn, Buch und Köpenick einreihen. Deshalb rufen wir als Vernetzung verschiedener antifaschistischer und antirassistischer Strukturen aus Hohenschönhausen dazu auf, an diesem Tag zahlreich zu erscheinen.

Treffpunkt für die gemeinsame Anreise aus der Innenstadt: 17.45 Uhr // Weltzeituhr, Alexanderplatz
Start der Gegenproteste in Hohenschönhausen: Dienstag, 16.12.2014 // 18 Uhr

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Die bayerische Neonaziszene verliert einen führenden Kopf

Die bayerische Neonaziszene gehört zu den aktivsten und militantesten Neonaziszenen Deutschlands. Bundesweit bekannt vor allem für ihre Anti-Antifa Tätigkeiten. Nun verliert die Szene einen ihrer wichtigsten Köpfe: Der führende Aktivist Matthias Fischer verlässt Bayern und kehrt zurück nach Brandenburg.

Wenn der Name Matthias Fischer auftaucht, sind rechte Aktivitäten nicht weit. Seit den 1990er Jahren betätigt  sich der geborene Brandenburger in der bayerischen Neonaziszene. Schon Anfang der 2000er Jahre zählte Fischer zu den richtungsweisenden Aktivisten in der Nazigruppe „Nationalisten Nürnberg“. Als kurze Zeit später die „Fränkische Aktionsfront“ (FAF) gegründet wurde, war er in deren Führungsriege aktiv und trat als Verantwortlicher für die eigene Publikation „ Landser“ auf. Nach dem Verbot der FAF fungierte er als Kreisvorsitzender der Fürther NPD und war Beisitzer im Vorstand der bayerischen NPD. Auch in der Kommunalpolitik verscuhte Fischer Fuß zu fassen. Als Spitzenkandidat der NPD und der „Bürgerinitiative Soziales Fürth“ (BiSF) wollte er 2008 und 2014 ein Stadtratsmandat ergattern, scheiterte aber an dem breiten Widerstand der Fürther Antifaschisten. Nach internen Streitereien gründete er zusammen mit anderen FAF- Kadern das „Freie Netz Süd“ (FNS), welches Anfang des Jahres in der Nazipartei „Der dritte Weg“ (DIIIW) aufging.

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