14.7.2013 Syndikat/Berlin: Die aktuelle politische Situation in Russland und libertäre Bewegungen

Was geschieht aktuell in Russlands Metropolen – unabängig von Putins Machtpolitik und außerhalb der Aufmerksamkeit europäischer Nachrichtenagenturen?

Wie organisieren sich zivilgesellschaftliche Initiativen, libertäre und antifaschistische Gruppen?

Ein Moskauer Anarchist und politischer Aktivist wird aus erster Hand erzählen, was für eine Rolle die gesellschaftlichen Massenproteste gegen die Fälschungen der russländischen Wahlen der Jahre 2011 und 2012 für die Entwicklung der Protestbewegung und libertärer politischer Kräfte vor Ort gespielt haben. Hierbei wird er vor allem die Rolle der anarchistischen Kräfte in den russischen Metropolen beleuchten und aus anarchistischer Sicht eine Prognose der gegenwärtigen Proteste und Entwicklungen vornehmen.

/// Sonntag, 14. Juli 2013 /// 20h /// Syndikat Weisestr. 56, U Boddinstr. ///

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Rechter Lifestyle blüht im Osten

In Westdeutschland gibt es in absoluten Zahlen mehr subkulturell orientierte Rechte als im Osten der Republik. Berücksichtigt man jedoch die Gesamtbevölkerungszahl, ergibt sich ein anderes Bild: Im Osten ist der Anteil von Rechten um ein dreifaches höher als im Westen. Dies ergibt eine Auswertung des apabiz der Bestelldaten von rechten Online-Versandhäusern, die nach Hackangriffen öffentlich gemacht wurden.

Operation Blitzkrieg, Nazi-Leaks, Anonymous: Viel war in der medialen Debatte in den vergangenen Monaten die Rede von Onlineattacken gegen rechte Online-Infrastrukturen. Durch etliche Hack-Angriffe und anschließende Veröffentlichungen sind vielerlei eigentlich vertrauliche Daten publik geworden.

Dazu gehören unter anderem eine Spendenliste der NPD, interne Debatten aus Nazi-Onlineforen oder auch eine AutorInnenliste der Wochenzeitung Jun ge Freiheit. Aus juristischer Sicht bewegen sich die Hackangriffe mindestens in einer rechtlichen Grauzone, die meisten dürften durchaus strafrechtlich relevant sein. Welche Wirkung sie, neben der leicht feststellbaren Verunsicherung auf die Rechte selbst haben, bedarf hingegen einer eigenständigen Bewertung. So rangierte die NPD in Sachsen-Anhalt vor den Landtagswahlen 2011 in Wahlumfragen beispielsweise wochenlang oberhalb der Fünfprozenthürde. Dann wurde ein internes Forum gehackt und der NPD-Spitzenkandidat Matthias Heyder als Forenteilnehmer »Junker Jörg« geoutet, der zur »Schändung« von linken Frauen aufrief. Es folgte eine größere Berichterstattung in den Medien. Letztlich landete die NPD bei 4,6 Prozent Stimmanteil.

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»Arbeiter, hörst du es nicht?«

Das deutsche Arbeiterlied hat keinen guten Ruf: Man denkt an Schalmeien- und Blasorchester, proletarische Marschmusik und alte Männer mit Klampfen, die sich vermeintlich besserer Zeiten erinnern. Häufig wird dabei der Zweck der Arbeitermusik vergessen. Vor allem war sie ein Agitationsmittel und, da Musik unmittelbar identitätsstiftend wirken kann, ein besonders wichtiges. Das Arbeiterlied sollte das Proletariat einen, dessen Sicht auf die Welt synchronisieren und auf den Feind einschwören. In brenzligen Situationen marschierte die Arbeiterklasse Seit’ an Seit’ zum Takt. Musikalisch unterscheiden sich Arbeiterlieder daher kaum von jener Musik, die das gegnerische Lager anstachelte. Es waren Märsche und Mitsinglieder, geschrieben für Blaskapellen, Chöre, Fanfaren, Schalmeien.

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