29.8.2014 Berlin: Gedenken an Günter Schwannecke

14-08-29 BerlinAm 29. August 1992 wurden Günter Schwannecke und Hagen Knuth auf einem Spielplatz in Charlottenburg von Neonazis mit Baseball-Schlägern angegriffen und zusammengeschlagen. Die beiden Künstler hatten bei den rassistischen Beleidigungen und Bedrohungen der Neonazis gegenüber anwesende Migrant_innen nicht weggeschaut, sondern Partei ergriffen. Günter Schwannecke starb wenige Tage später an seinen schweren Verletzungen.
Regelmäßig wird der Mord auf staatlichen Listen zu den Todesopfern rechter Gewalt seit 1990 nicht genannt (link is external). Die Günter-Schwannecke-Gedenkinitiative (link is external) versucht seit 2012 die Erinnerung an den Mord im Bezirk wach zu halten. Die von ihnen aufgestellten Gedenktafeln wurden regelmäßig beschädigt (link is external). Zuletzt in der Nacht zum 20. August 2014.

Anlässlich des 22. Jahrestages des Angriffes gibt es am 29. August 2014 ab 18.00 Uh eine Gedenkkundgebung (link is external) auf dem Günter-Schwannecke-Spielplatz (Pestalozzistraße, Ecke Fritschestraße).

Weiterlesen

29.8.2012 Berlin: Niemand ist vergessen! Günter Schwannecke als Nazi-Opfer anerkennen!

Günter Schwannecke wurde 1992 in Berlin-Charlottenburg von einem Neonazi erschlagen. Wir gedenken seiner.

Die Günter-Schwannecke-Gedenkinitiative wird anlässlich des 20. Jahrestags des rassistisch motivierten Angriffs, dem 29. August 2012, eine Kundgebung veranstalten und am Ort des Geschehens, dem Spiel- und Sportplatz an der Pestalozzistraße/Fritschestraße, eine provisorische Informationstafel anbringen.

Weitere Vorhaben der Gedenkinitiative sind: diesen Platz nach Günter Schwannecke zu benennen; zu Günter Schwannecke und den genauen Umständen seines Todes zu recherchieren; den Fall aufzuarbeiten und politisch einzuordnen; öffentlich zu informieren und für die dauerhafte staatliche Anerkennung Günter Schwanneckes als Todesopfer rechter Gewalt zu kämpfen.
Günter Schwannecke war ein bekannter und für gesellschaftliche Veränderung engagierter Kunstmaler. Im Jahr 1992 war er zeitweise ohne festen Wohnsitz und saß mit dem Künstler Hagen Knuth am Abend des 29. Augusts an dem Spielplatz. Die Skinheads und Neonazis Norman Zühlke und Hendrik Jähn kamen hinzu, um Menschen mit Migrationsgeschichte rassistisch zu beleidigen und von dort zu vertreiben. Günter Schwannecke und Hagen Knuth, selbst gesellschaftlich Ausgegrenzte, bewiesen Zivilcourage und mischten sich ein. Nach der erfolgreichen Flucht der ursprünglichen Opfer schlug Zühlke mit einem Baseballschläger auf die beiden ein. Hagen Knuth überlebte, doch Günter Schwannecke starb am 5. September 1992 an den Folgen von Schädelbruch und Hirnblutungen. Er musste sterben, weil er Zivilcourage gezeigt hatte. Umso erschreckender ist, dass Günter Schwannecke ein weitgehend unbeachtetes Opfer rechter Gewalt geblieben ist.

Weiter